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| Newsletter vom 25.11.2011, 11:55:22 | ||||||||||||||||||
| Betreff: Newsletter aus Sankt Martin im Calfeisental | ||||||||||||||||||
Rückblick auf die 13. Interregionalen
Alpgespräche in St. Martin vom 24. September 2011
Fortunat Ruffner- Die Interregionalen Alpgespräche sind
eine Initiative von Universitätsprofessor Dr. Erich Gnaiger von der
Universität Innsbruck, die sich jährlich mit kulturgeschichtlichen
Themen
im Alpenraum befassen. Der Grossteil der
Veranstaltungen fand bislang rund um das Vorarlberger Alpmuseum
in Schröcken (Hochtannberg) statt. In
den vergangenen Jahren wurden zunehmend aber auch neue Tagungsorte
gesucht, wie etwa die Walsersiedlung Guscha oberhalb Maienfeld, dann
Immenstadt im Allgäu oder auf dem Bartholomäberg im Montafon. Die
13. Alpgespräche
in St. Martin im Calfeisental widmeten
sich dem Thema
Kulturlandschaft und Tourismus Der Alpenraum
ist in den vergangenen Jahrzehnten massiv durch den Tourismus
geprägt worden. Das macht sich auch in einem Wandel der
traditionellen Kulturlandschaft bemerkbar; die Pflege der
„Alpenlandschaft“ ist mit beträchtlichem Aufwand verbunden. Die
Frage der Erhaltung von historischen Objekten beschäftigt daher auch
den Tourismus. Die Alpenländer
sind in vielen Belangen mit denselben Voraussetzungen konfrontiert.
Meist geht es dabei um Alpwirtschaft, Tourismus, Förderung des
Kulturtourismus und demzufolge auch um den Erhalt des Kulturlandes.
Die fünf
Impulsreferate unter der Regie von Dr. Andreas Rudiger, Direktor
Landesmuseum Vorarlberg, führten zu interessanten,
grenzübergreifenden Dialogen. Ruth Moser vom
Biosphärenpark Grosses Walsertal berichtete über die Chance, welche
dem Grossen Walsertal durch die Anerkennung der Unesco zuteil und
touristisch wahrgenommen und umgesetzt worden sei. Womit kann
Kulturtourismus betrieben werden? Diese Frage stellte Hans Jörg
Gredig, Historiker an der Zürcher Hochschule für angewandte
Wissenschaften, Fachstelle für Tourismus und nachhaltige
Entwicklung, Wergenstein GR. Ältere
Einheimische seien Überlieferer der gewachsenen Geschichte, der
Eigenheit und Tradition einer Region. Der Einbezug der lokalen
Bevölkerung führe zu einer stärkeren Identifizierung mit den eigenen
Kulturwerten. Eine Tatsache
müsse man sich beim Zusammenführen von Kultur und Tourismus vor
Augen halten: „Kulturleute und Tourismusleute sprechen nicht die
gleiche Sprache, allein diese Tatsache sei eine Herausforderung für
alle Beteiligten“. Über den
Konflikt
zwischen Mensch und Natur äusserte sich
Wildhüter Rolf Wildhaber. Er erlebe auch die andere Seite der
Nutzung von Alpen und Natur, die zum Teil grössere Konflikte mit
sich bringen, wie Trendsportarten, Moutainbike, Heliskiing,
Schneetöffrennen auf Skipisten und andere. Weitere Probleme werden
auf den Natur- und Wildschutz zukommen. Laute Fahrzeuge (Quads etc.)
belästigen Tiere, Naturfreunde und Wanderer dort, wo eigentlich Ruhe
herrschen sollte. Welches ist der
Beitrag der Alpwirtschaft für die Kulturlandschaft und den
Tourismus? Dazu äusserte
sich Markus Hobi, Leiter Landwirtschaftliches Zentrum Rheinhof,
Salez und Präsident der St. Galler Alpkommission. Er wies darauf
hin, dass Alpweiden Teil einer Landschaft seien, die sich durch eine
hohe Biodiversität auszeichnen. Auch Siedlungen und Alpgebäude seien
Teil der Kulturlandschaft Alp und stehen teilweise unter besonderem
Schutz, was eine Herausforderung für die Alpbetreiber darstellen
könne. Er sehe eine gute Zukunft für das Zusammenspiel von
Alpwirtschaft und Tourismus. Björn Caviezel,
CEO von Heidiland Tourismus informierte über Struktur, Aufgaben und
System seiner Organisation. Mit einem Film machte er uns bewusst,
wie schön das Sarganserland ist und welche Freizeitmöglichkeiten uns
geboten werden. Der
Austausch unter den verschiedensten Aspekten und Bedürfnissen hat
gezeigt, dass solche Gespräche zu wertvollen Netzwerken führen.
Gewünscht wird, dass solche Tagungen letztlich
zu mehr Eigeninitiative in der
Bevölkerung und
bei den Leistungserbringern führen. Zum Abschluss
der Tagung, nach einem währschaften Walser-Menü aus der Küche von
Damaris und Christian Lampert, begleitete Axel Zimmermann die Gäste
durch die Walsersiedlung ins Kirchli St. Martin und führte sie in
die Geschichte der Walser im Calfeisental ein. Die
nächsten Alpgespräche, die übrigens für alle Interessierte offen
sind, finden im September 2012 im ehemals von Walsern bewohnten
Lech
im Vorarlberg, statt.
Fortunat
Ruffner, Vorstandsmitglied
Verein Pro St. Martin |
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