Newsletter Kulturtag
Rund zwei Dutzend Vereinsmitglieder folgten der Einladung zum Kulturtag 2026. Ziel war die ehemalige Walsersiedlung Schlappin oberhalb Klosters. Wie im Calfeisental verliessen auch in Schlappin im 16. Jahrhundert die letzten ganzjährigen Bewohner das Dorf, doch im Unterschied zum Calfeisental gehören die ehemaligen Heimwesen immer noch den Nachfahren der Vorvorderen.
Die Korporationsmitglieder mit heute 19 Eigentümern mussten immer wieder um ihre Land- und Wasserrechte kämpfen. Vor rund hundert Jahren vertrat die Gemeinde Klosters die Meinung, das Schlappiner Land gehöre der Gemeinde. Doch höhere Instanzen entschieden zugunsten der Schlappiner Nachfahren, die sich bis heute mit Engagement für den Erhalt des Walsererbes einsetzen.
Bartli Gruber, der Präsident der Korporation, skizzierte die Siedlungsgeschichte auf Schlappin, die etwa gleichzeitig mit der Kolonisation im Calfeisental einsetzte. Einige Schlappiner zogen im 14. Und 15. Jahrhundert weiter auf andere Alpen, so in den Raum St. Antönien (Gafia) bis ins Oestereichische. Gruber erinnerte daran, dass im Dreissigjährigen Religions- und Territorial-Krieg (1618-1648) die Siedlung von Besatzungsmächten vollständig zerstört wurde. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass Schlappin im Gegensatz zu Sapün, Medergen, Strassberg (Fondei), Monstein, Obermutten und Siedlungen im Lumnez und Safiental nicht im nationalen ISOS-Inventar verzeichnet bzw. geschützt ist. Die Bausubstanz stammt aus den letzten Jahrhunderten. Geschützt ist indes das Flachmoor Schlappin als Naturschutzzone, und der Grossraum als Landschaftsschutzzonengebiet sowie als eidgenössisches Wildschutzgebiet.