Förderverein pro Walsersiedlung St. Martin und Calfeisental
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Die dickste Fichte der Welt soll einst im Calfeisental gestanden haben!

Standort: Koordinaten: 745 945/198 919, 1575 m ü.M.

Die Fichte hatte einen Stammdurchmesser von 1.84 Meter und brachte es auf ein Volumen von 22 Kubikmeter Holz. Fichten (=Rottannen) im Mittelland erreichen normalerweise einen Duchmesser von 60 bis 80 Zentimeter und haben ein Volumen von 8 Kubikmeter Holz. Obwohl Fichten oft deutlich höher als jene im Calfeisental (32.8 Meter) werden, war diese gemäss Eidgenössischer Forschungsanstalt WSL wohl die Dickste. In den slowakischen Urwälder ist eine Rottanne mit einem Durchmesser von 1.78 Meter bekannt und eine andere in Bosnien bringt es auf 1.7 Meter. Der über 300 jährige Baumriese im Calfeisental erfreute sich über Jahrzehnte bester Gesundheit, doch auch dieses Leben hatte ein Ende. Der Baum starb im Jahr 2024. Es gibt keine nachweisbare Todesursache.

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Eine der vielen Calfeisentaler Geschichten

Tief im malerischen Calfeisental, wo sich schroffe Felsen mit grünen Almen abwechseln und der Wind leise durch die Wälder streicht, steht ein Baum, der grösser und mächtiger ist als alle anderen. Es ist die dickste Fichte der Welt.

Seit über 300 Jahren wächst sie unerschütterlich oberhalb der alten Walsersiedlung St. Martin. Ihr gewaltiger Stamm hat einen Durchmesser von 1.84 Metern, und ihr Holzvolumen übertrifft alles, was man sonst in den Wäldern der Schweiz findet. Niemand kann sich erinnern, wann sie genau gepflanzt wurde – sie war schon immer da, ein stiller Wächter des Tals.

Die Menschen aus der Umgebung erzählen sich viele Geschichten über diesen Baum. Eine der bekanntesten ist die von Jakob, einem neugierigen Jungen aus Vättis. Jakob hatte von der riesigen Rottanne gehört, aber viele seiner Freunde glaubten nicht daran. Also machte er sich eines Tages auf den Weg, um es selbst herauszufinden.

Der Pfad führte ihn durch dichte Wälder und über kleine Bergbäche. Nach einer Weile kam er nach St. Martin, die alte Siedlung der Walser. Dort lebte ein alter Mann namens Benedikt, der die Geschichte der Fichte gut kannte.

„Du suchst die dickste Fichte?“ fragte Benedikt und lächelte. „Dann geh weiter den Hang hinauf. Aber sei respektvoll – dieser Baum hat mehr gesehen, als wir uns vorstellen können.“

Jakob nickte eifrig und setzte seinen Weg fort. Nach etwa 40 Minuten Aufstieg hielt er plötzlich den Atem an: Vor ihm ragte ein Baum so gewaltig auf, dass er sich die Augen rieb. Sein Stamm war riesig, mit tiefen Rillen im Holz, die wie Falten eines uralten Riesen wirkten. Seine Äste streckten sich weit aus, als wollten sie das ganze Tal umarmen.

Ehrfürchtig legte Jakob seine Hand auf die raue Rinde. Für einen Moment meinte er, ein leises Wispern zu hören – als ob der Baum ihm von all den Jahren erzählen wollte, die er hier verbracht hatte.

Seit diesem Tag erzählte Jakob jedem, den er traf, von der dicksten Fichte der Welt. Und immer mehr Menschen machten sich auf den Weg ins Calfeisental, um den uralten Baum selbst zu sehen. Doch alle wussten: Auch dieses Leben hat ein Ende. Der Baum starb 2024.